Die dicken, elastischen Udon-Nudeln wirken auf den ersten Blick kompliziert, bestehen aber aus nur drei Grundzutaten. Ich zeige dir ein zuverlässiges Udon-Nudeln-Rezept für selbstgemachte Nudeln, erkläre die richtige Teigkonsistenz und gebe dir praktische Varianten für Suppe und Pfannengerichte an die Hand.
Mit diesen Grundlagen gelingen elastische Udon-Nudeln
- 3 Zutaten reichen für einen einfachen Udon-Teig aus Mehl, Wasser und Salz.
- Für zwei Personen brauchst du 300 g Weizenmehl und insgesamt etwa 150 ml Salzwasser.
- Der Teig wird durch Ruhezeit und kräftiges Kneten besonders elastisch.
- Frische Nudeln garen in etwa 10 bis 12 Minuten, abgepackte Varianten deutlich schneller.
- Nach dem Kochen immer kalt abspülen, damit die Oberfläche sauber und die Struktur bissfest bleibt.

Das einfache Udon-Nudeln-Rezept für zwei Personen
Udon sind dicke japanische Weizennudeln ohne Ei. Ihr angenehmer Biss entsteht nicht durch besondere Zutaten, sondern durch ein ausgewogenes Verhältnis von Wasser, Salz und Mehl sowie durch ordentliches Kneten. Ich verwende dafür am liebsten Weizenmehl Type 405 oder 550, weil es in deutschen Küchen leicht erhältlich ist.
Zutaten für den Teig
- 300 g Weizenmehl Type 405 oder 550
- 135 ml Wasser
- 15 g Salz
- etwas Kartoffelstärke oder Maisstärke zum Ausrollen
Die 15 g Salz wirken zunächst nach viel, sind bei Udon aber wichtig. Sie stärken das Klebereiweiß im Teig und sorgen dafür, dass die Nudeln später nicht weich und brüchig werden. Das Salz wird vollständig im Wasser aufgelöst, bevor es zum Mehl kommt.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Salz im Wasser auflösen. Das Mehl in eine große Schüssel geben und die Flüssigkeit nach und nach einarbeiten.
- Alles vermengen, bis keine trockenen Mehlnester mehr sichtbar sind. Der Teig darf an diesem Punkt noch krümelig und fest wirken.
- Den Teig zu einer Kugel zusammendrücken, abdecken und 30 Minuten ruhen lassen.
- Den Teig in einen stabilen, sauberen Gefrierbeutel legen und mit den Füßen oder dem Handballen etwa 5 Minuten kräftig bearbeiten.
- Den Teig erneut zu einer Kugel formen und mindestens 1 Stunde, besser 2 Stunden, bei Raumtemperatur ruhen lassen.
- Auf einer mit Stärke bestäubten Fläche etwa 3 bis 4 mm dick ausrollen. Den Teig mehrfach locker falten und in ungefähr 3 mm breite Streifen schneiden.
- Die Nudeln auseinanderziehen, mit etwas Stärke bestäuben und bis zum Kochen locker aufbewahren.
Das Kneten im Beutel klingt ungewöhnlich, ist in Japan aber eine bewährte Methode. Es verteilt den Druck gleichmäßig und verhindert, dass der sehr feste Teig an den Händen klebt. Ich finde diese Technik besonders praktisch, weil man dafür keine Nudelmaschine braucht.
So kochst du Udon-Nudeln richtig
Für frische Nudeln einen großen Topf mit reichlich Wasser aufsetzen. Die Nudeln einzeln hineingeben, damit sie nicht zu einem Klumpen zusammenkleben, und bei sprudelndem Wasser etwa 10 bis 12 Minuten garen. Die genaue Zeit hängt von der Dicke der Streifen ab.
Eine Nudel probierst du am besten nach 9 Minuten. Sie soll weich genug zum Kauen sein, aber im Kern noch einen leichten Widerstand haben. Anders als bei italienischer Pasta ist Udon nicht unbedingt al dente, sondern eher weich und zugleich elastisch.
Nach dem Abgießen die Nudeln sofort unter kaltem Wasser gründlich abspülen. Dadurch entfernst du überschüssige Stärke und stoppst den Garprozess. Für eine heiße Suppe kannst du sie anschließend kurz in der Brühe erwärmen, für gebratene Udon werden sie direkt in die Pfanne gegeben.
| Udon-Variante | Zubereitung | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Frisch selbstgemacht | 10 bis 12 Minuten kochen | Suppen und Pfannengerichte |
| Vorgekocht und vakuumiert | 1 bis 2 Minuten erwärmen | Schnelle Alltagsküche |
| Getrocknet | Je nach Packung meist 8 bis 12 Minuten | Vorrat und einfache Suppen |
Bei abgepackten Nudeln richte ich mich immer nach der Packungsangabe. Vorgekochte Udon müssen meist nur erwärmt werden. Wer sie trotzdem lange kocht, bekommt schnell eine weiche, klebrige Masse statt eines schönen Bisses.
Die passende Brühe und einfache Toppings
Udon schmecken besonders gut in einer klaren Brühe. Eine unkomplizierte Basis besteht aus 600 ml Dashi, 2 Esslöffeln Sojasauce und 1 Esslöffel Mirin. Dashi ist eine japanische Brühe, meist aus Kombu und Bonitoflocken. Für eine vegetarische Version eignet sich Dashi aus Kombu und getrockneten Shiitake-Pilzen.
Die Brühe sollte kräftig, aber nicht salzig schmecken. Sojasauce und Mirin erst nach und nach einrühren, denn auch die Nudeln bringen etwas Salz mit. Meine liebsten Toppings sind Frühlingszwiebeln, Shiitake, Spinat, Pak Choi und ein weich gekochtes Ei.
- Niku Udon wird mit dünn geschnittenem Rindfleisch serviert und ist besonders herzhaft.
- Tempura Udon erhält durch Garnelen- oder Gemüsetempura einen knusprigen Kontrast.
- Kitsune Udon wird mit süßlich gewürztem Tofu serviert und schmeckt mild und aromatisch.
- Vegane Udon-Suppe gelingt mit Shiitake-Dashi, Tofu, Pak Choi und Sesam.
Gerade bei Udon muss nicht jede Schüssel kompliziert belegt sein. Eine gute Brühe, knackiges Gemüse und ein aromatisches Topping reichen völlig aus. Zu viele Zutaten machen das Gericht schnell unübersichtlich und nehmen der elastischen Nudel die Hauptrolle.
Gebratene Udon als schnelle Alternative
Für Yaki Udon brauchst du keine separate Suppe. Die gekochten Nudeln werden mit Gemüse und einer würzigen Sauce in einer sehr heißen Pfanne gebraten. Für zwei Portionen vermische ich 3 Esslöffel Sojasauce, 1 Esslöffel Austernsauce oder vegane Pilzsauce, 1 Teelöffel Reisessig und 1 Teelöffel Sesamöl.
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Meine schnelle Pfannenmethode
- Eine Karotte, eine Paprika und 150 g Pilze in Streifen schneiden.
- Etwas neutrales Öl im Wok oder in einer großen Pfanne erhitzen.
- Das Gemüse 3 bis 4 Minuten kräftig braten, damit es Farbe bekommt und bissfest bleibt.
- 400 g gekochte Udon-Nudeln und die Sauce hinzufügen.
- Alles 2 bis 3 Minuten schwenken, bis die Sauce an den Nudeln haftet.
Tofu, Hähnchen, Garnelen oder dünne Rindfleischstreifen passen ebenfalls dazu. Fleisch brate ich immer zuerst separat an und gebe es erst am Ende zurück in die Pfanne. So bleibt es saftig und die Nudeln können trotzdem heiße Röstaromen aufnehmen.
Ein häufiger Fehler ist eine zu volle Pfanne. Dann tritt Wasser aus dem Gemüse aus und die Udon werden eher gedämpft als gebraten. Lieber in zwei Portionen arbeiten oder eine wirklich große Pfanne verwenden.
Typische Fehler bei selbstgemachten Udon
Der Teig ist oft der Punkt, an dem Anfänger zweifeln. Er fühlt sich deutlich härter an als ein klassischer Pastateig. Das ist normal. Wird er nach der Ruhezeit trotzdem rissig, helfen wenige Tropfen Wasser und weitere 5 Minuten Kneten. Zu viel Flüssigkeit macht die Nudeln dagegen weich und schwer auszurollen.
- Zu wenig Ruhezeit: Der Teig zieht sich beim Ausrollen wieder zusammen. Plane mindestens 90 Minuten ein.
- Zu dünn ausgerollt: Udon brauchen Volumen. Unter 2 mm verlieren sie ihren typischen Biss.
- Zu wenig Stärke: Die geschnittenen Streifen kleben schnell aneinander. Eine dünne Schicht genügt.
- Zu kleiner Topf: Die Nudeln brauchen Platz, damit sie gleichmäßig garen.
- Nicht abgespült: Die Stärke bleibt auf der Oberfläche und macht die Nudeln klebrig.
Auch die Mehlsorte beeinflusst das Ergebnis. Type 405 ergibt eine glatte, angenehm weiche Nudel, während Type 550 etwas mehr Biss liefern kann. Vollkornmehl würde ich nur zu einem kleinen Teil untermischen, weil es die Nudeln deutlich schwerer und weniger elastisch macht.
Aufbewahren und vorbereiten ohne Qualitätsverlust
Frische, ungekochte Udon kannst du mit Stärke bestäubt in einem luftdichten Behälter etwa 24 Stunden im Kühlschrank lagern. Vor dem Kochen die Streifen vorsichtig voneinander lösen. Für längere Aufbewahrung friere ich die portionierten Nudeln ungekocht ein.
Gefrorene Udon kommen direkt ins kochende Wasser und brauchen meist nur wenige Minuten länger. Bereits gekochte Nudeln halten sich gekühlt ungefähr 1 bis 2 Tage, verlieren dabei aber etwas von ihrer ursprünglichen Elastizität. Für die beste Konsistenz bereite ich sie deshalb möglichst frisch zu.
Wenn es schnell gehen soll, sind vakuumierte Udon aus dem Asialaden eine gute Lösung. Sie sparen viel Zeit und funktionieren besonders gut für Yaki Udon. Selbstgemachte Nudeln lohnen sich vor allem dann, wenn du den kräftigen, federnden Biss traditioneller Udon erleben möchtest.
Der erste Teller entscheidet über deine Lieblingsvariante
Für den Einstieg empfehle ich eine schlichte Brühe mit Frühlingszwiebeln und Pilzen. So schmeckst du die Konsistenz der Nudeln am deutlichsten und kannst später mit Chiliöl, Sesam, Tofu oder gebratenem Gemüse weiter experimentieren.
Mein wichtigster Rat lautet, beim ersten Versuch nicht auf perfekte Form zu bestehen. Udon dürfen leicht unregelmäßig aussehen. Entscheidend sind ein fester Teig, ausreichend Ruhezeit und kaltes Abspülen. Damit gelingt eine japanische Nudelschüssel, die deutlich mehr kann als nur satt machen.