Chicago Style Pizza selber backen mit knusprigem Boden

Monika Gross .

22. Oktober 2026

Eine Scheibe einer tiefen Chicago Style Pizza mit geschmolzenem Käse wird herausgezogen. Im Hintergrund rote Paprika und Tomaten.

Eine chicago style pizza ist keine Pizza für den schnellen Bissen, sondern ein sättigendes Ofengericht mit buttrigem Boden, viel Käse und einer würzigen Tomatenschicht. Ich zeige, woran man das Chicagoer Deep Dish erkennt, wie die typische Schichtung funktioniert und wie du den herzhaften Klassiker mit Zutaten aus dem deutschen Supermarkt selbst backst.

Was bei dieser Pizza wirklich den Unterschied macht

  • Hoher Rand: Der Boden wird wie eine herzhafte Tarte in einer tiefen Form gebacken.
  • Reihenfolge: Käse liegt unten, die Tomatensauce kommt ganz nach oben.
  • Backzeit: Plane für eine Pizza in 26 cm Durchmesser etwa 35 bis 45 Minuten ein.
  • Teig: Butter und etwas Öl machen ihn mürber und knuspriger als klassischen Pizzateig.
  • Servieren: Das Deep Dish wird meist mit Messer und Gabel gegessen und reicht für 3 bis 4 Personen.

Was hinter dem Chicagoer Deep Dish steckt

Die Spezialität entstand in Chicago vermutlich in den 1940er-Jahren und wurde dort als besonders üppige, tief gebackene Pizza bekannt. Die genaue Urheberschaft ist historisch nicht ganz eindeutig, doch die Grundidee ist klar: Aus einem flachen Hefeteig wird ein hoher Rand geformt, der eine großzügige Füllung hält.

Im Unterschied zur italienischen Pizza erinnert die Form eher an eine herzhafte Pastete. Der Rand darf zwei bis fünf Zentimeter hoch sein, während der Boden stabil und goldbraun aus dem Ofen kommt. Genau diese Kombination macht das Gericht so beliebt, aber auch deutlich schwerer als eine dünne Pizza.

Typisch sind ein leicht mürber Teig, reichlich Mozzarella, eine kräftige Tomatensauce und herzhafte Einlagen wie Bratwurstbrät, Pilze oder Paprika. Ich würde allerdings nicht versuchen, jede mögliche Zutat auf einmal unterzubringen. Bei diesem Stil funktioniert eine klare Kombination aus Käse, Sauce und zwei bis drei Belägen meist besser.

Deep Dish, New York oder Neapel

Wer bisher nur dünne Pizza kennt, unterschätzt oft, wie anders sich die Chicagoer Variante isst. Sie wird in Stücke geschnitten und auf dem Teller gegessen, weil der hohe Belag selbst bei gutem Backen nicht trocken oder fest genug für die Hand bleibt.

Pizza-Stil Teig und Form Typischer Aufbau Passt besonders gut für
Chicago Deep Dish Dicker, buttriger Rand in tiefer Form Käse, Belag, Tomatensauce Herzhafte Familiengerichte
New York Style Dünn und elastisch, große flache Stücke Sauce und Käse obenauf Schnelles Essen aus der Hand
Neapolitanische Pizza Sehr dünner, weicher Boden mit luftigem Rand Wenig Belag und kurze Backzeit Leichte, puristische Pizzen
Stuffed Pizza Sehr hoher Boden mit zusätzlicher Teigdecke Füllung zwischen zwei Teigschichten Besonders üppige Varianten

Deep Dish und Stuffed Pizza werden häufig verwechselt. Bei der klassischen Deep-Dish-Version gibt es normalerweise keine zweite Teigdecke über der Füllung. Die Sauce bleibt sichtbar oben, während eine gefüllte Pizza zusätzlich mit Teig bedeckt wird.

Zwei rechteckige chicago style pizza mit viel Käse und Gemüse, dazu Bier.

So gelingt die Pizza zu Hause

Für eine tiefe Form mit etwa 26 cm Durchmesser brauchst du einen Teig aus 450 g Weizenmehl, 260 ml lauwarmem Wasser, 7 g Trockenhefe, 1 TL Zucker, 1,5 TL Salz, 45 g weicher Butter und 1 EL Olivenöl. Optional kannst du 1 bis 2 EL feines Maismehl ergänzen. Es sorgt für eine leicht körnige Textur, ist aber kein Muss.

Der Teig

  1. Hefe und Zucker im Wasser verrühren und etwa 5 Minuten stehen lassen.
  2. Mehl, Salz, Butter und Öl dazugeben und alles zu einem weichen, geschmeidigen Teig verkneten.
  3. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa 60 bis 90 Minuten gehen lassen.
  4. Eine tiefe Form großzügig mit Butter oder Öl einfetten.
  5. Den Teig hineingeben und von der Mitte aus bis an den Rand drücken. Der Rand sollte deutlich höher stehen als der Boden.

Der Teig muss nicht so lange geknetet werden wie ein elastischer Pizzateig für den Steinofen. Ich achte eher darauf, dass er sich ohne Reißen in die Form drücken lässt. Ist er sehr klebrig, helfen 10 Minuten Ruhezeit mehr als zusätzliches Mehl.

Die passende Füllung

Für die Füllung eignen sich 350 bis 400 g geriebener oder in Scheiben geschnittener Mozzarella, 250 g angebratenes Bratwurstbrät sowie je 100 g Champignons und Paprika. Die Sauce gelingt mit 400 g stückigen Tomaten, 1 EL Tomatenmark, 1 TL Oregano, einer kleinen Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker.

Verwende möglichst gut abgetropfte Tomaten und Gemüse. Zu viel Flüssigkeit ist der häufigste Grund für einen weichen, durchweichten Boden. Pilze brate ich vorher kurz an, Paprika kann roh in die Form, wenn sie fein geschnitten ist.

Die entscheidende Schichtung

  1. Den Mozzarella direkt auf dem Teig verteilen.
  2. Brät, Pilze und Paprika darübergeben.
  3. Die rohe oder nur kurz verrührte Tomatensauce als oberste Schicht verstreichen.
  4. Mit etwas Parmesan und Oregano abschließen.

Die umgekehrte Reihenfolge wirkt zunächst ungewohnt, hat aber einen praktischen Grund. Der Käse schützt den Boden vor der feuchten Sauce, während die Tomatenschicht oben langsam eindickt und kräftig aromatisch wird.

Backe die Pizza bei 220 °C Ober- und Unterhitze zunächst 35 Minuten. Wird der Rand zu dunkel, deckst du ihn locker mit Alufolie ab und bäckst weitere 5 bis 10 Minuten. Vor dem Anschneiden sollte das Deep Dish mindestens 10 Minuten ruhen, sonst läuft die Füllung auseinander.

Beläge, die wirklich zum Stil passen

Die klassische Kombination mit Wurstbrät und Tomate ist kräftig, aber nicht die einzige Möglichkeit. Wichtig ist, dass der Belag nicht zu wässrig wird und geschmacklich gegen den reichhaltigen Teig bestehen kann.

  • Italian Sausage Style: Bratwurstbrät, Mozzarella und Tomate ergeben die herzhafte Standardvariante.
  • Vegetarisch: Pilze, Paprika, Spinat und Zwiebeln funktionieren gut, wenn das Gemüse vorher kurz gegart wird.
  • Pikant: Peperoni, Chili und etwas Fenchelsaat geben der Pizza mehr Tiefe, ohne die Sauce zu überladen.
  • Herbstlich: Kürbis, rote Zwiebel und Salbei passen gut zum buttrigen Boden, brauchen aber eine eher sparsame Käseschicht.

Salami oder Peperoni würde ich nicht in dicken Mengen verwenden. Sie geben beim Backen zusätzlich Fett ab und können die Pizza schwer machen. Eine kleinere Menge zusammen mit säuerlicher Tomatensauce schmeckt meist ausgewogener.

Die häufigsten Fehler beim Backen

Zu viel Flüssigkeit

Frische Tomaten, unangebratene Pilze und sehr feuchter Mozzarella summieren sich schnell. Lass den Käse gut abtropfen und verwende bei Dosentomaten lieber eine stückige Sorte mit wenig Saft. So bleibt der Boden knusprig statt teigig.

Zu wenig Ruhezeit

Direkt aus dem Ofen ist die Füllung noch sehr weich. Wer sofort schneidet, bekommt zwar ein aromatisches, aber kaum stabiles Stück. Die kurze Ruhephase gibt dem Käse Zeit anzuziehen und macht das Portionieren deutlich leichter.

Eine zu flache Form

Eine normale Pizzablechform eignet sich nur bedingt. Ideal ist eine tiefe Metall- oder Gusseisenform mit 5 bis 7 cm Randhöhe. Glas funktioniert ebenfalls, benötigt aber oft etwas mehr Backzeit und bräunt den Boden langsamer.

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Zu hohe Temperatur

Ein Pizzaofen mit 400 °C oder mehr ist für diese Variante nicht nötig. Der dicke Aufbau braucht Zeit, damit Teig, Fleisch und Sauce gleichzeitig gar werden. Bei zu großer Hitze verbrennt der Rand, während die Mitte noch flüssig bleibt.

So wird daraus ein entspanntes Familienessen

Eine Pizza mit 26 cm Durchmesser reicht je nach Belag für 3 bis 4 Personen. Dazu passen ein knackiger grüner Salat, eingelegte Peperoni oder ein leichter Gurkensalat. Mehr Beilagen braucht es aus meiner Sicht nicht, denn das Deep Dish ist selbst schon sehr sättigend.

Du kannst den Teig am Vorabend vorbereiten und abgedeckt im Kühlschrank lagern. Vor dem Backen sollte er etwa 45 Minuten Raumtemperatur annehmen, damit er sich wieder gut in die Form drücken lässt. Reste halten sich gekühlt ungefähr zwei Tage und werden im Ofen bei 180 °C deutlich besser knusprig als in der Mikrowelle.

Mein wichtigster Rat bleibt schlicht: Halte die Füllung kontrolliert und gib der Pizza nach dem Backen Zeit. Dann bekommst du keinen überladenen Käsekuchen, sondern ein aromatisches Chicagoer Ofengericht mit knusprigem Rand, saftiger Mitte und einem angenehm kräftigen Tomatengeschmack.

Häufig gestellte Fragen

Zuerst kommt der Mozzarella direkt auf den Teig, danach folgen Brät, Pilze und Paprika. Die Tomatensauce wird als oberste Schicht verteilt, damit der Boden vor zu viel Feuchtigkeit geschützt bleibt.
Bei 220 °C Ober- und Unterhitze braucht eine Pizza in einer 26-cm-Form etwa 35 bis 45 Minuten. Wird der Rand zu dunkel, kannst du ihn locker mit Alufolie abdecken und die Pizza weitere 5 bis 10 Minuten backen.
Verwende gut abgetropfte Tomaten und Mozzarella und brate Pilze vorher kurz an. Eine tiefe Metall- oder Gusseisenform mit 5 bis 7 cm Randhöhe unterstützt außerdem einen stabilen, knusprigen Boden.
Eine Chicago Deep Dish Pizza mit 26 cm Durchmesser reicht je nach Belag für 3 bis 4 Personen. Vor dem Anschneiden sollte sie mindestens 10 Minuten ruhen, damit die Füllung stabiler wird.
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Autor Monika Gross
Monika Gross
Mein Name ist Monika Gross und ich bringe 9 Jahre Erfahrung in der internationalen Küche mit. Meine Leidenschaft für das Kochen und die Entdeckung neuer Rezepte hat mich dazu inspiriert, meine Erfahrungen und Kenntnisse in diesem Bereich zu teilen. Ich finde es faszinierend, wie Essen Kulturen verbindet und Geschichten erzählt. Auf meiner Reise durch verschiedene Küchen habe ich gelernt, wie wichtig es ist, die Zutaten und Zubereitungstechniken zu verstehen, um authentische Gerichte zu kreieren. Ich schreibe über eine Vielzahl von Themen, von traditionellen Rezepten bis hin zu modernen Interpretationen internationaler Küche. Dabei lege ich großen Wert darauf, meine Informationen gründlich zu recherchieren und zu vergleichen, um meinen Lesern nützliche und verständliche Inhalte zu bieten. Mein Ziel ist es, komplexe Themen zu vereinfachen und aktuelle Trends in der Gastronomie aufzugreifen, damit jeder in der Lage ist, die Freude am Kochen zu entdecken und zu genießen.
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